Neubau einer Barockvioline nach Jacobus Stainer 1668

Das Orginalinstrument von Jacob Stainer befindet sich im National Music Museum, Vermillion – South Dakota, USA. Es gilt als das besterhaltene Instrument von Stainer, d.h. alle wesentlichen Teile sind im Originalzustand erhalten. Dies ist auch der Grund, weshalb es hier als Vorlage zum Nachbau herangezogen wird.

Das Formbrett steht am Beginn des gesamten Bauprozesses. Es hält die Klötze in Position. An die Klötze (Eckklötze, Ober- und Unterklotz) werden später die Zargen geleimt. Eine Schablone aus Plexiglas, die anhand der technischen Zeichnung angefertigt wurde, zeigt den genauen Zargenumriss. Sie wird zur Herstellung des Formbretts ebenso verwendet wie zum Anzeichnen der Konturen der Klötze. Die so „angerissenen“ Klötze werden im nächsten Arbeitsschritt ausgeformt.

Aus einem Ahornblock wird die Schnecke mit dem Hals geschnitten.  Mit Hilfe der Schablone wird der Umriss angezeichnet, danach ausgesägt und exakt nachgearbeitet. Nun kann die eigentliche Schnecke mit ihrem Wirbelkasten „gestochen“ (=geschnitzt)  werden.

Für die Decke und den Boden der Geige werden zwei spiegelgleiche Bretter zusammengeleimt (=gefugt).  Nach dem „Abrichten“ (=Herstellen einer ebenen Fläche) wird der Umriss des Zargenkranzes darauf angezeichnet. Nicht fehlen darf natürlich der Decken- bzw. Bodenüberstand (ca. 3mm). Nach dem Aussägen der Form kann mit dem Ausarbeiten der Wölbung begonnen werden. Das sogenannte „Wölbung Stechen“ nimmt viel Zeit in Anspruch.  Auch hier kommen eigens gefertigte Schablonen zum Einsatz. Für die letzte Bearbeitung der Oberfläche werden Ziehklingen (nicht etwa Schleifpapier) verwendet. Sie erzeugen eine glatte,  jedoch geschnittene (nicht zerkratzte) Oberfläche.

Im nächsten Arbeitsschritt erhält der grob geschnittene Umriss seine endgültige Form. Der Adergraben wird mit einem speziellen Anreisswerkzeug angezeichnet und danach mit einem Schnitzer (=Messer) tiefer geschnitten und ausgehoben. In diesen werden die zuvor hergestellten Aderspäne eingeleimt. Nach dem Trocknen kann die Hohlkehle ausgearbeitet werden.